Das Grab eines Königssohnes in Swinemünde

Der ehemalige "Alte Friedhof" (links gegenüber der Post) von Swinemünde  hatte auch seine Geheimnisse. So befand sich an seinem südlichen Rand bis 1946 ein geheimnisvolles Grab, das mit einem etwa zwei Meter hohen eisernen Kreuz versehen war. Die Aufschrift lautete:
 „ Hier ruht die Hülle des Canonicus F.W.Ritz, Erb– und Gerichtsherr auf Lichtenau und Breitenwerder, geboren den 31.August 1783, gestorben den 31.August 1837. Ihm widmet seine trauernde Familie dies Denkmal“
Was stutzig machen könnte, sind die Buchstaben F und W sowie die Wörter Ritz und Lichtenau. Mit „F. W.“ gleich Friedrich Wilhelm fingen die Namen von vier preuβischen Königen an. Mit dem Titel „Erb- und Gerichtsherr auf Lichtenau und Breitenwerder“ sowie dem Familiennamen Ritz wird klar, dass es sich beim hier Bestatteten um den ersten unehelichen Sohn des späteren Königs Friedrich Wilhelm II. von Preuβen mit der von ihm sehr geliebten Wilhelmine Enke handelte.

 Letzte Ruhe des unehelichen Königssohnes
Der älteste bekannte Friedhof in Swinemünde lag in Westswine, einem Dorf an der Swine, direkt neben der längst verschwundenen Kirche. Bereits zu Anfang des 18.Jahrhunderts erwies sich dieser Platz jedoch als zu klein und zu sumpfig. Deshalb wurde für die Bürger der entstehenden Stadt 1771 an der damaligen Straβe nach Ahlbeck ein neuer Friedhof ausgewiesen. Über 150 Jahre wurden dort die Swinemünder sowie Seeleute beigesetzt. Am Anfang waren es nur bescheidene einfache Gräber, später aber immer prächtigere und schönere. So konnte man hier verzierte Grabsteine bedeutender Familien, wie der Krauses, Heyses, oder Scherenbergs bewundern. Auf diesem alten Friedhof stand auch die Jasmundsäule , errichtete über dem Grab der sieben während des Seegefechtes 1864 bei Jasmund gefallenen Seeleute.
Der Alte Friedhof hatte auch seine Geheimnisse. So befand sich an seinem südlichen Rand bis 1946 ein geheimnisvolles Grab, das mit einem etwa zwei Meter hohen eisernen Kreutz versehen war. Die Aufschrift auf ihm lautete: „ Hier ruht die Hülle des Canonicus F. W. Ritz, Erb – und Gerichtsherr auf Lichtenau und Breitenwerder, geboren den 31.August 1783, gestorben den 31.August 1837. Ihm widmet seine trauernde Familie dies Denkmal“ Was stutzig machen könnte, sind die Buchstaben F und W sowie die Wörter Ritz und Lichtenau. Mit „F.W.“ gleich Friedrich Wilhelm fingen die Namen von vier preuβischen Königen an. Mit dem Titel „Erb- und Gerichtsherr auf Lichtenau und Breitenwerder“ sowie dem Familiennamen Ritz wird klar, dass es sich beim hier Bestatteten um den ersten unehelichen Sohn des späteren Königs Friedrich Wilhelm II. von Preuβen mit der von ihm sehr geliebten Wilhelmine Enke handelte.
Damit diese nun als „Fräulein“ nicht mehrere uneheliche Kinder hatte, veranlasste die Familie Hohenzollern, dass sie ( Schein- ) Ehefrau des Kammerdieners Ritz wurde und die Kinder auch dessen Namen erhielten. Nach seiner Thronbesteigung im Jahre 1776 machte der jetzige König sie zur „Gräfin von Lichtenau“ und schenkte ihr neben den beiden Gütern auch noch eine halbe Million Taler. Eine Geschichte, aus der sonst wohl nur die Märchen gemacht werden. Nur dass die Gräfin nicht Königin wurde.
 Dafür gab es damals offensichtlich zahlreiche Neider, die dem armen Mädchen das Glück missgönnten, denn später musste sie die Taler wieder zurückerstatten. Wie das geschah, wird im Lexikon von 1869 nicht vermeldet. Dafür aber die Tatsache, dass es dann auch  wieder gute Menschen gab, die für eine Pension von 4000 Talern im Jahr sorgten. Aber auch damit nicht genug: Der groβe Napoleon Bonaparte, der angeblich für die Frauen  immer ein Herz hatte, lieβ ihr einen Teil der Güter wieder zurückgeben.
Warum aber kam jener sehr geehrte Canonicus nun nach Swinemünde auf den Friedhof ? Das war ganz einfach, wenn auch so etwa heute bei dem weltweiten Flugverkehr mit Rücktransportversicherung für die Leiche eines Weltreisenden kaum noch vorkommen kann: Er machte von Stettin eine Schiffsfahrt. Auf dem Haff kam es zu einem starken Sturm, durch den er schwer seekrank wurde. Davon hat er sich auch in Swinemünde nach sechs Tagen Krankenlager nicht erholt und verstarb am 31. August 1837. So kam Swinemünde., die junge Stadt, zu der Ehre, dass ein „Fast-Hohenzoller“ auf ihrem Friedhof die letzte Ruhe fand.
Nach 1945 blieb der Alte Friedhof unbenutzt. Schließlich wurde der verwüstete und zerstörte Kirchhof 1975 in eine Parkanlage umgewandelt. Und natürlich ist dabei vom Grabstein des F. W. Ritz keine Spur geblieben.
Dr. J. Pl.
 



Foto links: Dieses Kreuz befand sich früher auf dem Alten Friedhof in  Swinemünde. 
Zu lesen war darauf die Inschrift:  „ Hier ruht die Hülle des Canonicus F.W.Ritz, Erb– und Gerichtsherr auf Lichtenau und Breitenwerder, geboren den 31.August 1783, gestorben den 31.August 1837. Ihm widmet seine trauernde Familie dies Denkmal“