Geschichte der Stadt - von der Stadtgründung bis 1945
Nach dem 30 jährigen Krieg, der Deutschland riesige Zerstörungen und eine völlige Zerrüttung gebracht hatte, wurde im Friedensvertrag von Osnabrück im Jahre 1650 die Teilung Pommerns in einen preußischen und einen schwedischen Teil festgeschrieben. Schweden erhielt das eigentliche Vorpommern mit Stettin, den Inseln Usedom und Wollin sowie anderen Zugaben. Preußen musste sich mit dem größten Teil Hinterpommerns zufrieden geben. Ein neuer Konfliktherd war entstanden.
 Später wurde im Stockholmer Frieden von 1720 festgelegt, dass Schweden nunmehr die Stadt Stettin sowie die Inseln Usedom und Wollin an Preußen abzutreten hatte. Das übrige Vorpommern u. a. mit den Städten Wolgast, Greifswald und Stralsund sowie die Insel Rügen blieb jedoch nach wie vor schwedisch. Aus wirtschaftlichen, politischen und strategischen Gründen war Preußen also gezwungen, sich im Bereich der Odermündung einen Zugang zur Ostsee zu schaffen. Nach entsprechenden Untersuchungen und Vorarbeiten entschied man sich für die Swinemündung. In der Nähe des kleinen Dorfes Westswine begann dann 1740 der Hafenbau. In diesem Dorf  betrieben sechs bis acht Bauern, so genannte Kossäten, sowohl Fischfang als auch recht kümmerliche Landwirtschaft. Fernerhin hatten sie zur Verbesserung ihrer Einnahmen gemeinsam die Fähre über die Swine gepachtet. Auch eine kleine hölzerne Dorkirche war vorhanden. Sie gehörte allerdings zu dem Pfarramt Caseburg.
Der nach und nach mit dem Hafenbau und dem Betrieb des neuen Hafens entstandene völlig neue Ort Swinemünde hatte 1765 bereits etwa 121 Hausstellen, die von mehr als 150 Familien bewohnt waren. Er wurde im gleichen Jahr zur Immediatstadt erklärt.
Leichter holten die Waren von den auf Reede oder im Hafen liegenden Schiffen und beförderten die nach Stettin bestimmten Waren dorthin. Auf dem Rückwege von Stettin nahmen sie wiederum Güter für die Schiffe mit. Seefahrt, Gütertransport, Handel, Handwerk und Gewerbe erlebten die erste Blüte. Auch die Dünen, die in der Stadt oder in deren Nähe lagen, waren willkommen. Der Sand wurde als Ballast für Segelschiffe verwendet. Dadurch entstanden u. a. Bauplätze für neue Gebäude, Straßen und Plätze. 1790  wurde der Hafen weiter ausgebaut. Die Einwohnerschaft Swinemündes war zu diesem Zeitpunkt bereits auf  2000 Seelen angewachsen. Die Napoleonischen Kriege mit Besetzung, Kontinentalsperre u. a. warfen jedoch die junge Stadt wieder zurück. Der 1823 fertig gestellte Molenbau tat dazu ein Übriges. Da kam der bereits seit der Jahrhundertwende in Mode gekommene Badebetrieb gerade recht. Im Juli 1824 wurde die erste offizielle Badesaison in Swinemünde eröffnet. Ein neuer Erwerbszweig mit weit reichenden Folgen für die Entwicklung der Stadt war geboren. Von Anbeginn stammte die Hälfte aller Badegäste aus Berlin. Auch der deutsche Kaiser konnte mehrfach als Gast begrüßt werden. Nachdem im Jahr 1826  626 Badegäste gezählt wurden, waren es 1913 bereits 40. 247. Erster Weltkrieg und Inflation brachten natürlich auch hier beträchtliche Einbußen mit sich, 1928 hatte Swinemünde jedoch wieder 43.040 Badegäste zu vermelden.
Mit den Jahren wuchs auch die Zahl der Einwohner der Stadt. 1850 waren es 4.719 Einwohner, 1910 hatte sich diese Zahl bereits auf 13.916 verdreifacht und 1931 wies man 19.798 Einwohner aus.
Die sonstige Stadtentwicklung wird durch die nachstehenden Daten und Ereignisse verdeutlicht. 
1792 Bau der ersten Kirche in Swinemünde
1793 S. erhält höhere Gerichtsbarkeit
1794 - 1805 26 größere Schiffe werden in S. auf Stapel gelegt.
1805 Beginn des Molenbaus und Vertiefung der Fahrrinne nach Stettin
1819 S. wird Kreisstadt
1822 Gründung des Badevereins in S.
1825 Gründung der Swinemünder Seebadeanstalten
1826 Bildung des ersten Kreistages in S.
1827 Bereits über 1200 Badegäste in S.
1846 Hinrichtung des Mörderpaares Mohr
1846 Bereits mehr als 5000 Badegäste in S.
1847 Zahl der Schiffe, die den Hafen anlaufen übersteigt 3000
1848 bis 1852 Bau der Strasse zum Golm. Von S. nach Wolgast bestand lediglich ein Fahrweg.
1852 S. wird Garnison
1855 S. erhält ein Theater
1857-59 Bau des Leuchtturmes
1857 Dampfschiffverbindungen nach Ostpreußen, Bornholm und Kopenhagen.
1859 Die Synagoge wird eingeweiht.
1862 beträgt die Wassertiefe zwischen den Molen 18,83m
1872 bis 74 Bau der Strasse nach Heringsdorf
1874 - 76 Bau der Eisenbahn Swinemünde-Ducherow. Damit bestand eine direkte Verbindung nach Berlin
1874 - 1880 Bau der Kaiserfahrt. Die Schiffe konnten nun auf kürzerem Wege Stettin erreichen und mussten nicht dem Lauf der alten Swine folgen.
1881 Die Christuskirche erhält einen Turm und damit ihre heutige Gestalt.
1885 Elektrische Beleuchtung wird eingeführt.
1888 Gründung von Swinemünde - Bad mit einem prächtigen Villenviertel.
1894 Bau der Eisenbahnstrecke Swinemünde-Heringsdorf, Einführung des Telefonverkehrs.
1902 Westswine wird eingemeindet.
1904 Swinemünde ist das bedeutendste Ostseebad Deutschlands (26000 Gäste).
1905-1906 Bau der Lutherkirche.
1910 Bau des Kurhauses mit Kurpark.
1910 Kanalisation und Wasserleitung in S.
1911 Bau der Bahnstrecke bis Wolgaster Fähre.
1911 Am 11.09.1911 nahm die Küstenfunkstelle Swinemünde ihren Betrieb für die Schifffahrt auf. Sie hatte anfangs nur    einen 30 m hohen Mast, der 1917 durch drei neue 70 m hohe Maste im Wiesengelände des „Gutsbezirkes Hafengrund“ ersetzt wurde. Als am 15.10.1931 die Küstenfunkstelle Rügen-Radio in Betrieb ging, wurde die Küstenfunkstelle Swinemünde entbehrlich.
1912 Bau der Kasernen in der Färberstraße.
1920 Gründung des Seedienstes Ostpreußen mit dem Haupthafen Swinemünde (bis Zoppot, Pillau, Memel).
1924 Rundfunk eingerichtet.
1931 S. Hat 19.798 Einwohner.
1940 S. zählt 54.000 Besucher mit 295.000 Übernachtungen.
12.März 1945 Swinemünde wird durch mehr als 600 amerikanische Flugzeuge bombardiert. 23.000 Menschen, zumeist Zivilisten, finden den Tod.
Oktober 1945 Nach dem Potsdamer Abkommen wird Swinemünde polnisch. Die noch verbliebenen Deutschen müssen ihre Heimat verlassen (die Letzten gingen 1950). Die Idee solcher Art “Säuberung” wird Churchill zugeschrieben.
E.R.