Die Geschichte der Stadt - nach 1945

 

1. Leben und arbeiten in Swinemünde zwischen 1945 und 1951 - aus deutscher Sicht
Fotos: Befehl Nr. 3, Bekanntmachung, polnische Miliz und der Leiter der Abteilung Landwirtschaft im Herbst 1945.

Unmittelbar nach dem verheerenden Bombenangriff vom 12.März kam es im allgemeinen Chaos in Swinemünde auch zu „Plünderungen“. Überführte Übeltäter wurden kurzerhand zum Tode verurteilt und aufgehängt. Die Exekution fand öffentlich auf dem Sportplatz neben der Turnhalle in der Blücherstraße statt. Wenige Wochen später, am 4.Mai Mai 1945 wurde die Stadt von den aus Richtung Wolgast kommenden sowjetischen Truppen kampflos eingenommen. Nun kamen verbittert jene als Sieger, denen durch die deutsche Aggression schweres Leid zugefügt worden war.
Kurz zuvor hatten die letzten Einheiten der Wehrmacht und der Waffen-SS die Stadt auf dem Seeweg verlassen. Die meisten Einwohner waren ebenfalls geflohen. Nur relativ wenige Bewohner von Swinemünde wollten sich der Gefahr aussetzen, vor der die nationalsozialistische Propaganda stets gewarnt hatte. Aus der Angst heraus war es zu zahlreichen Selbstmorden gekommen, durch die vielfach ganze Familien ausgelöscht wurden. Auf der Domäne Kachlin beispielsweise erschoss der Pächter seine Frau, die Kinder und sich selbst.
 Die Sieger, die mit ihren Liedern und Tänzen den großen Sieg feierten, führten relativ schnell ihre Ordnung ein, was bis zur Übernahme der Moskauer Zeit ging. Wer also noch eine Uhr besaß (die von den Siegern benutzten Forderungen „Uri, Uri“  oder „Frau komm!“ klingen den Beteiligten noch heute in den Ohren), musste diese 2 Stunden vorstellen, wenn er zurecht kommen wollte.
 In der zu 60% zerstörten Stadt lebten im Sommer 1945 mehr schlecht als recht immer noch einige Tausend Deutsche. Verständlicherweise war deren Verhältnis zur Besatzungsmacht über lange Zeit sehr gespannt. Es war für die meisten Menschen schwer, ja vielfach unmöglich, den Sieg der Sowjetarmee als Befreiung vom Faschismus zu verstehen. Die Deutschen wurden – nicht immer auf freiwilliger Basis - herangezogen, um die zum großen Teil zerstörte Infrastruktur notdürftig wieder herzustellen und erhielten dafür zunächst das tägliche Essen. Als besonders wichtig wurden die Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung und der Stromversorgung eingestuft. Auch den Bäckereien, dem Krankenhaus in der Heysestraße, dem Leuchtturm, der Bahnverbindung zur übrigen Insel, dem Hafen, dem Treibstofflager, dem Schlachthof  und der Beseitigung von Kampfmittteln und Blindgängern  aus dem Krieg im Stadtgebiet sowie im Hafen wurde hohe Aufmerksamkeit geschenkt. Und natürlich musste auch die Besatzungsmacht versorgt werden. Bis zum 6.Oktober 1945, dem Zeitpunkt als Polen Swinemünde übernahm, hatte die Besatzungsmacht im wesentlichen die Regie über alles, was in der Stadt passierte.
  Eine deutsche Stadtverwaltung wurde eingesetzt. Bürgermeister wurde der Tabakwarenhändler Schuhart, Landrat der ehemalige Kellner Willy Stange (bereits im Herbst 1945 war er allerdings von seiner Funktion entbunden worden). Um die Auswahlkriterien für solche Funktionen zu illustrieren, fügen wir ein Beispiel aus dem 12 km entfernten Dorf Reetzow an. Dort wurde ein dorfbekannter Tunichtgut als Bürgermeister eingesetzt, nur weil er beim Einmarsch der Roten Armee als einziger eine rote Fahne aus dem Fenster gehängt hatte. Der erwähnte Herr Stange - im Volksmund „Räuberhauptmann“ genannt - war einige Jahre später, im Oktober 1948,  in einem Schreiben an den Schweriner Innenminister Hans Warnke des schweren Raubes, der Entführung und des Mordes beschuldigt worden. Der Schweriner Generalstaatsanwalt kam jedoch zu dem Schluss, dass keine neuen Erkenntnisse vorlägen, welche die Wiederaufnahme des 1946 mit der Verurteilung Stanges zu 15 Jahren Zuchthaus abgeschlossenen Verfahrens rechtfertigen würde. (Vgl.: D. Schleinert: Die Geschichte der Insel Usedom, Rostock 2005)
 Zurück ins Swinemünde von 1945. Hier wurden - wie in der gesamten SBZ - Lebensmittelkarten eingeführt. Doch selbst die knapp bemessenen Rationen gab es vielfach nicht, da die Geschäfte nur unzureichende beliefert wurden. Bei Warenlieferungen bildeten sich oft lange Schlangen.
 Eine Zäsur für Swinemünde war die Einführung einer polnischen Verwaltung am 6.Oktober 1945. Polen gab es allerdings zunächst sehr wenige in Swinemünde. Einige waren Zwangsarbeiter in Deutschland gewesen, andere kamen als „Vertriebene“ aus den polnische Ostgebieten, die nach dem Krieg an die SU gefallen waren. Als - entsprechend dem Potsdamer Abkommen - durch die Grenzziehung westlich von Swinemünde die Stadt von der übrigen Insel Usedom abgeschnitten wurde, verschlechterte sich die Versorgungssituation für die verbliebenen Deutschen dramatisch. Im Winter 1945/46 wurde gehungert. Raubzüge krimineller Banden, die sich insbesondere gegen die Deutschen richteten, waren an der Tagesordnung. Nicht nur Wertsachen, sondern auch Hausrat wurde geraubt. Die anfangs nur mit geringen Kräften ausgestattete polnische Verwaltung war offensichtlich überfordert. Den verbliebenen Deutschen wurden nun jene Gräueltaten angelastet, die ihre Landsleute in Polen, der Sowjetunion und anderswo verübt hatten. Wurde ein Deutscher geschlagen, hieß es: „Siehst du, so haben es die Deutschen mit uns gemacht!“ In der Folgezeit flüchteten viele junge Deutsche über die Grenze. Nicht wenige ältere nahmen sich in ihrer Hoffnungslosigkeit das Leben. Einen deutschen Pfarrer gab es in Swinemünde nicht mehr, der Holzbildhauer Erich Splett sprach bei Beerdigungen verstorbener Deutscher tröstende Worte.
Bald begann die „Repatriierung“ (Ausweisung) der Deutschen, die zunächst bis 1948 andauerte. In Swinemünde waren davon zunächst nur jene Deutschen betroffen, die nicht bei sowjetischen Dienststellen tätig waren. Viele Deutsche klammerten sich immer noch an ihre alte Heimat. Zudem hatten sie Angst vor dem Abtransport in Güterwagen, der sich Tage, ja Wochen hinziehen konnte, wodurch er gerade für Alte und Kranke nicht ungefährlich war.
 Die Stadt entwickelte sich schnell zu einem Stützpunkt der Baltischen Rotbannerflotte (der erst 1992 aufgelöst wurde, ebenso lange wurden die Kasernen aus dem ehemaligen deutschen Kaiserreich genutzt, während das Kurviertel im Jahre 1958 an Polen übergeben wurde). Vom Strand (wegen der fehlenden Pflege der Dünen begann in dieser Zeit dort ein Wald heran zu wachsen, den es noch heute gibt) bis zur Nordgrenze des Kurparks, im Osten bis zum Kurhaus, reichte schließlich ein eingezäunter sowjetische Sektor mit Wachen und Kontrollpunkten. Dieser blieb auch den Polen bis Mitte der fünfziger Jahre verschlossen. Es gab hier u. a. Sanatorien und Erholungsheime, Wohnungen für die Offiziere und ihre Familien und sogenannte „Russenmagazine“ (von „magasin“ = Laden). Die Deutschen – ausnahmslos bei der Besatzungsmacht beschäftigt – erhielten sowjetische Ausweise, um die Kontrollpunkte passieren zu können. Die Versorgung der sowjetischen Flottenbasis in der Stadt erfolgte bis 1950 ausschließlich aus der SBZ bzw. der DDR (vorrangig über den Seeweg). Transportiert wurden überwiegend Mehl, Graupen, Grütze, Zucker und Kartoffeln. Schlachtvieh dagegen wurde mit LKW aus Anklam oder Velgast geholt. Für die Angehörigen der Roten Armee schien – im Unterschied zu den Deutschen und den Polen - die nahe Grenze zur SBZ nicht zu existieren. Sie fuhren unbehelligt zwischen Swinemünde und Ahlbeck hin und her und passierten bei Bedarf auch die Brücke (unterhalb des Golms) über den Torfgraben.
 Nach und nach kam in der Stadt auch das polnische Wirtschaftsleben in Gang. Neues wurde zwar anfangs noch nicht geschaffen, Instandsetzungen alter Gebäude gab es jedoch schon. So nahmen etwa die Bootswerften auf der Grünen Fläche (eine Insel in der Swine) die Arbeit wieder auf. Der polnische Fischfang begann, es entstanden Räuchereien und Geschäfte. Auch Hotels wurden eröffnet.
 Die Zahl der Deutschen, deren Lebensbedingungen besser und deren Verhältnis zu den Polen und den Angehörigen der Baltischen Flotte im Verlaufe der Zeit entspannter geworden war,  hatte sich bis 1948 auf 700 bis 800 verringert. Im gleichen Jahr konnten sie sich im FDGB („Freier Deutscher Gewerkschaftsbund“) organisieren. Die Ortsgruppe hieß „Ahlbeck II“  und deren Leitung (Paul Riemer war Vorsitzender, Kurt Ramthun sein Stellvertreter, Heinz Dorin Kassierer und Lothar Dröse Schriftführer) konnte relativ gut die Interessen ihrer Mitglieder nach außen vertreten.
 Die sowjetische Kommandantur sorgte schließlich auch dafür, dass die Deutschen in Swinemünde die ostdeutschen Lebensmittelkarten und Geld in der zugehörigen Währung bekamen. Sie wurden auf diese Weise relativ gut versorgt, denn sowohl die Produkte als auch das Geld aus der SBZ hatten in der Stadt ihren Tauschwert.  Selbst deutsche Tanzveranstaltungen und Theateraufführungen wurden nun  im ehemaligen „Preußenhof“ ( „Dom flot“) erlaubt. Es gab einen deutschen Arzt und einen Zahnarzt. Auch eine Sportgemeinschaft (Leitung Friedrich Krey) und ein Chor unter der Leitung von Walter Giese existierten. Ab 1948 begann wieder eine deutsche  Schule mit dem planmäßigen Unterricht. Sie hieß „Ahlbeck 2“. Der Unterricht wurde m Villenviertel gegenüber dem ehemaligen Preußenhof erteilt. Der Direktor hieß Dimmel, die Lehrer Kulterman und Sauer (Sauer war der Eigentümer der Gärtnerei in der Maasnerstraße gewesen). Im Jahre 1950 schienen sich die in Swinemünde verbliebenen Deutschen etabliert zu haben. Es handelte sich hierbei allerdings um eine trügerische Ruhe.
  Zu dieser Zeit siedelten sich immer mehr Polen in Swinemünde an, und es deutete sich an, dass die Tage der Deutschen in Swinemünde gezählt waren. „Ab 1951 durften  nur noch jene Deutschen in ihrer alten Heimat bleiben, die ihre polnische Abstammung nachweisen konnten“, schreibt der polnische Historiker Józef Pluciński. Im Jahre 1951 erfolgte schließlich die geordnete Aussiedlung der verbliebenen Deutschen aus Swinemünde. Lothar Dröse schreibt: „Am 5.Februar 1951 mussten meine Angehörigen und ich schweren Herzens unser Haus und die Heimat verlassen. Die Russen brachten uns in Etappen per Schiff von Swinemünde nach Heringsdorf. Die Anlandung erfolgte an der damals noch erhaltenen alten Heringsdorfer Seebrücke. Für eine Nacht bezogen wir Quartier im ehemaligen Hotel „Michaelis“, das jetzt auch nicht mehr besteht. Am Folgetag begleiteten uns Vertreter von DDR-Behörden per Eisenbahn nach Fürstenwalde ins Quarantänelager.“...“Der Verlust der Heimat aber schmerzt noch immer und je älter ich werde, desto mehr. Das empfinde ich nicht nur, weil es die Vertrautheit der heimatlichen Stadt nicht mehr gibt, es fehlen auch die Menschen aus dem persönlichen Umfeld... Mit dem Verlust der ostdeutschen Gebiete ging auch deren Kultur verloren und mit den letzten Überlebenden von dort sterben nicht nur diese deutschen Dialekte, sondern auch ihre Geschichte und die Tradition dieser Regionen.“
 Herr Lothar Dröse hat seinem Beitrag zur Geschichte der Stadt eine Liste beigefügt (die er auch dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald übergeben hat), in der die Namen von 660 Menschen aufgeführt sind – die Namen jener, die im Jahre 1951 als letzte Deutsche ihre alte Heimat Swinemünde verlassen mussten.
E.R.  Vgl.  „Beiträge zur Geschichte der Stadt Swinemünde“ von Lothar Dröse, der noch von 1945 bis 1951 in Swinemünde gewohnt und gearbeitet hatte und Günter Hähle (ebenfalls ein „alter“ Swinemünder): „Swinemünde  Swinoujscie – Stadt zwischen den Machtblöcken 1945 bis 2000“, Solingen 2001. 
In jüngster Zeit erregen Publikationen des polnisch-amerikanischen Soziologen Tomasz Gross sowie Aussagen von Pawel Skubisz, Historiker am polnischen Institut des Nationalen Gedenkens, die Öffentlichkeit. Im Frühling sollen voraussichtlich in Swinemünde Grabungen unter dem dortigen Sportplatz beginnen, um nach den Überresten von Deutschen zu suchen, die nach Aussagen von Zeitzeugen möglicherweise im Winter 1945/46 in Swinemünde ermordet wurden. Siehe auch  
http://www.welt.de/politik/article1578308/Polen_suchen_Massengrab_ermordeter_Deutscher.html
2. Die Geschicht der Stadt nach 1945 - aus der Sicht des polnischen Historikers Jozef Plucinski
 - Am 5 Mai 1945 hatte die sowjetische Armee die Stadt  Swinemünde besetzt.
- Im Herbst 1945 wurde eine polnische Verwaltung eingesetzt. Zu dieser Zeit lebten in S. und auf  Wollin noch etwa 30.000 Deutsche.
- Anfang 1950 waren es noch 500 bis 600 Deutsche. Sie arbeiteten vorwiegend auf dem sowjetischen Marinestützpunkt in S. als Spezialisten, einige bei der Stadt und beim Hafenamt. Allerdings hatten sie bei der eingewanderten polnischen Bevölkerung keinen leichten Stand. Ab 1950 durften  nur noch jene Deutschen in ihrer alten Heimat bleiben, die ihre polnische Abstammung nachweisen konnten.
- Die Nachkriegsjahre waren auch für die polnischen Bewohner nicht leicht. Viele Faktoren erschwerten den Wiederaufbau und die Entwicklung der Stadt. Die Nähe der Grenze, eine ständige Anwesenheit einer großen sowjetischen und polnischen Garnison waren mit Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit der Bevölkerung verbunden. Die Hafenanlagen sowie das Kurviertel am Strand  blieben der alleinigen Nutzung der sowjetischen Truppen vorbehalten.
- 1948 begann die polnische Verwaltung mit dem Aufbau einer Hochseefischereibasis am östlichen Swineufer. Es entstanden Produktionshallen, Kühlhäuser und Lagerräume. Das später dort errichtete Fischkombinat „Odra“ beschäftigte in seiner besten Zeit über 6.000 Mitarbeiter und erbrachte 30 Prozent des Fanges der polnischen Hochseefischerei.
- Diese Investition beschleunigte den Wiederaufbau der Stadt, der nach 1958 intensiviert wurde. Auch die Aufhebung der mit der Grenzzone verbunden Beschränkungen wirkte sich günstig aus. Auf den Trümmern der Stadt entstanden neue Wohngebiete.
- Von großer Bedeutung war auch der Ausbau des Hochseehafens in den folgenden Jahren. Es entstand der Hafenkomplex Szczecin – Świnoujście. Die bis 1970 realisierten Investitionen (Swinehafen I bis IV)  erhöhte den Umschlag auf über sechs Millionen Tonnen im Jahr.
- Wieder aufgebaut bzw. modernisiert wurde auch die Schiffsreparaturwerft, die alte Eisengießerei und eine Kunststofffabrik. Neue Geschäfte, Gaststätten und Hotels entstanden.
-  Nachdem im Jahre 1958 die sowjetischen Streitkräfte das Kurviertel geräumt hatten, kamen Tausende von Urlaubern, Kurgästen und Touristen, was einen relativen Wohlstand für die Stadt und ihre Bewohner zur Folge hatte. Nun zählte Świnoujście /Swinemünde neben Kołobrzeg/Kolberg und Sopot/Zoppot wieder zu den bekanntesten Badeorten der Region.
- Auch das kulturelle und geistige Leben entwickelte sich. Die Zahl der Schulen wuchs, Grundschulen, Mittelschulen, ein medizinisches Lyzeum und ein Berufschulkomplex entstanden, ebenso Bibliotheken, das städtische Kulturhaus, ein Jugendkulturhaus, das Fischerei- und Heimatmuseum und verschiedene Gesellschaftsklubs. Zudem wurden spezielle Festivals, Plainairs und künstlerische Revuen ins Leben gerufen (etwa FAMA als Festival der akademischen Jugend und die Revue „Windmühle“ mit Liedern aus der Zeit der Segelschifffahrt).
- An der Mündung der Swine hat sich im Verlaufe von sechzig Jahren eine Stadt mit einem neuen Charakter entwickelt. Für Polen erlangte Świnoujście mit seinen jungen, gebildeten und ehrgeizigen Bewohnern wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung.
- Im Dezember 1992 wurden die letzten Einheiten der  Roten Armee abgezogen. Die Nutzung der nun freien Kasernen und Einrichtungen entschärfte das Wohnungsproblem.
- Die seit 1989 zu verzeichnende, oft mit harten Einschnitten verbundene Umstrukturierung der Wirtschaft in Polen, spiegelt sich auch im Antlitz der Stadt wider. Viele Betriebe wurden liquidiert (etwa das Fischkombinat „Odra“), andere suchen noch nach Lösungen und Entwicklungswegen. Von den fast 45.000 Menschen, die in S. leben, sind gegenwärtig 20 Prozent arbeitslos, eine Tatsache, die als sehr schmerzlich empfunden wird.  Die neuen marktwirtschaftlichen Herausforderungen werden nicht von heute auf morgen bewältigt.
- Die Stadt steht heute – nach dem Beitritt Polens zur EU - vor neuen, für die Zukunft weittragenden Entscheidungen. Liegen ihre Chancen und Perspektiven im Tourismus, im Handel, in der intensiven Ausnutzung des Hafens, im Umweltschutz oder anderswo? 
- Als sicher gilt: Die Stadt profitiert von ihrer Nähe zur Grenze. Millionen deutsche Touristen beleben die Wirtschaft in S. und tragen mit ihrem Geld zum steigenden Wohlstand der Bevölkerung bei.
- Als sehr positiv empfindet der Chronist die Tatsache, dass die Vergangenheit dieses Gebietes nicht mehr politisch manipuliert wird. Kaum jemand von den Bewohnern  verdrängt heute noch die deutsche Historie der Stadt. Damit können durch Verständnis und Sympathie auch die Beziehungen zu den  früheren deutschen Bewohnern neu gestaltet und neue Brücken gebaut werden. Gerade hierin liegt vielleicht die Chance für Swinemünde, einer Stadt am Rande Polens aber im Zentrum Europas.
Dr..Józef Pluciński, Świnoujście /Swinemünde
Der Autor des vorstehenden Beitrages erhielt am 06.07.2004 das Bundesverdienstkreuz. Wir gratulieren ihm zu dieser Ehrung auf das herzlichste. Wir sind froh, den Historiker Dr. Józef Pluciński aus Świnoujście /Swinemünde zur Mitarbeit gewonnen zu haben. Seine Beiträge betrachten wir als Gewinn für unsere Homepage.  E.R.