Fähren
 

Wer von der Insel Usedom zur Insel Wollin oder in umgekehrter Richtung von Wollin nach Usedom reist, muss die Swine überqueren. Es gibt hier keine Brücke und auch keinen Tunnel. Die Stadtfähren bringen ihre Passagiere (auch mit PKW, auswärtige PKW allerdings nicht, diese befördert die Fähre bei Kaseburg) in kurzer Zeit an ihr Ziel auf der anderen Insel. Bereits vor Jahrhunderten war hier eine Fähre eingerichtet worden. Die Dörfer Ost- und Westswine hatten das Recht und die Pflicht, diese Fährverbindung zu betreiben und mussten dafür die Fährpacht entrichten. Grobheiten der Fährleute und zu hohe Preise für das Übersetzen gaben ständig Anlass zu Klagen. Bis 1766 verwaltete der Staat diese Fähren. Die Fährpacht betrug zuletzt 29 Taler.Im Jahre 1766 schenkte man das Westswiner Fährrecht der jungen Stadt Swinemünde.
Das Ostswiner Fährrecht war auf Erbpacht vergeben worden. Naturgemäß führte diese Konstellation zu manchen Streitigkeiten. Im Jahre 1854 kaufte der Staat dem Erbpächter in Ostswine sein Vorrecht für 12.000 Taler ab. Eine Dampffähre sollte eingerichtet werden. Die Stadt Swinemünde weigerte sich allerdings, auf  ihr Fährrecht zu verzichten. Es begann ein Konkurrenzkampf, den die Stadt verlor. 1876 stimmten die Stadtverordneten dem Verkauf der Fährrechte der Stadt Swinemünde zu. Die Stadt erhielt eine Abtretungssumme von 9.000 Mark. Fährdampfer waren:
Ab 02.01.1874 "Zeitgeist"
1875 "Siegfried"
1880 "Fritz"
1906 "Kehrwieder"
1928/29 "Ostswine".
Besonders im Sommer gab es trotzdem Engpässe. Im Juli 1932 mussten zum Beispiel 7.000 Kraftfahrzeuge befördert werden (Durchschnitt: 1.000). Der Gesamtverkehr betrug im Geschäftsjahr 1932/33 etwa 600.000 Personen, 800 Motorräder und 25.000 Kraftwagen. Bereits damals gab es Überlegungen den Verkehr mittels Brücke oder Tunnel flüssiger und reibungsloser zu gestalten. Der 2. Weltkrieg und seine Folgen verhinderten diese Vorhaben bis auf den heutigen Tag.
Eine Entlastung gab es allerdings von 1939 bis 1944 durch die Autofähre „Pommern“. Als Eisenbahnfähre „Putbus“ war sie ab 1899 für den Trajektverkehr zwischen Stralsund und Altefähr eingesetzt. Der 1936 fertig gestellte Rügendamm machte ihre Dienste auf dieser Strecke überflüssig.  Sie wurde zur Autofähre umgebaut, erhielt den Namen „Pommern“ und wurde nach Swinemünde verlegt.
Eine Besonderheit entstand durch den Bau der Kaiserfahrt im Jahre 1880. Das wenige Kilometer von Swinemünde entfernte Dorf Caseburg wurde von der Insel Usedom abgetrennt und war als Dorfinsel nur noch über den Wasserweg erreichbar. Ab 1881/82 übernahm ein eiserner Fährprahm, der mittels Winde und Kette bewegt wurde, den Transport über den neuen Wasserweg. 1902 wurde er durch einen Dampfer abgelöst. Die Caseburger hatten zudem den auf Dauer gebührenfreien Fährverkehr erstritten.
Für die 1900 fertig gestellte Eisenbahnlinie Wollin - Ostswine  bestand zudem eine Trajektverbindung über die Swine. R.R.

Fotos oben: LKW und auswärtige PKW überqueren die Swine mit dieser Fähre beim nahen Kaseburg / Karsiborz (etwa 6 km südlich der Stadt).
Die heutigen Stadtfähren pendeln zwischen Swinemünde und Ostswine auf der Insel Wollin in kurzen Abständen. Mit dem PKW dürfen diese Fähren von Montag bis Freitag nur die Einheimischen nutzen.
Ein historisches Foto.
Fotos links: Fotos - 2.Reihe: Die Fähre „Kehrwieder“.
Unten: Von 1939 bis 1944 überquerte die Autofähre „Pommern“ die Swine. Als Eisenbahnfähre „Putbus“ war sie ab 1899 für den Trajektverkehr zwischen Stralsund und Altefähr eingesetzt worden.
Für die 1900 fertig gestellte Eisenbahnlinie Wollin - Ostswine  bestand eine Trajektverbindung über die Swine für den Eisenbahnanschluss nach Berlin
Das Fährterminal in Swinemünde.