Der Kreuzer Aurora in Swinemünde

Nach dem Ersten Weltkrieg , zur Zeit der Weimarer Republik, wurde Swinemünde auch Marinestandort, Flottenstützpunkt und Ausbildungsbasis. Bald stellten sich wieder internationale Besucher ein. So konnte die Stadt Swinemünde als Marine-Hafen wiederholt schwedische, dänische und spanische Flottenbesuche empfangen.
 Besondere Bedeutung kam dem Besuch des berühmten sowjetrussischen  Kreuzers „Aurora“ sowie der „Profintern“ vom Kriegshafen Kronstadt bei Leningrad ( jetzt Petersburg) zu, die vom 18.bis 20.August 1929 in Swinemünde vor Anker gingen. Es war der erste russische Besuch nach dem Weltkrieg und der Oktoberrevolution. Die Schiffe verspäten sich zwar um  einige Stunden, fanden jedoch (nicht nur von offizieller Seite) groβe Beachtung und einen sehr herzlichen Empfang.
 So sollen Swinemünder Kommunisten die Schiffe bereits auf  See begrüßt haben. Allerdings hatten die sowjetischen Seeleute sie angeblich nicht gesehen. Die Gäste zeigten eine besonders straffe Disziplin  und Wachsamkeit. Auf Wunsch der sowjetischen Botschaft lagen beide Schiffe am Kai, weit von der Stadt entfernt, wodurch ein Besuch durch Swinemünder Einwohner praktisch unmöglich war. Im Gegensatz zu den zaristischen Zeiten war der Besatzung der Wirtshausbesuch durch die Vorgesetzten strengsten verboten worden. Indes ist überliefert, dass die Russen die Gelegenheit nutzen, gut einzukaufen. Als die Stadt die Besatzung in den Kurhausgarten einlud, erschienen mehr Gäste als erwartet. Die Matrosen wahrten gleichwohl beste Ordnung, die von einer Aufsicht zwischen den Tischen überwacht wurde. Auf ein Trompeten-Signal marschierten Offiziere und Mannschaften schließlich wieder ab.
 Mit sportlichen Darbietungen auf dem Eichstaden revanchierten sich die Gäste. Sehr lebhaft ging es auch auf der  Abschiedsfeier zu, zu der die Russen in den „Walfisch“ eingeladen hatten. Sie versicherten den Deutschen ihre Sympathie, was auch schon im Gästebuch der Stadt zu lesen war und warben für einen Gegenbesuch. Beim Fotografieren auf der Terrasse umarmten die Russen die deutschen Offiziere so herzlich, dass die Platten auf der Kommandantur unter Verschluss genommen und keine Abzüge gefertigt wurden.
 Der Swinemünder Bürgermeister wurde gar in die Botschaft nach Berlin eingeladen, ein Gegenbesuch kam jedoch nicht zustande. Zum nächsten „Besuch“ sind die russischen Kriegsschiffe erst im Mai 1945 wieder nach Swinemünde gekommen, wo sie bis Weihnachten 1992  blieben.
Dr.J.Pl.

 
 



Swinemünde verzeichnete  nach dem 1.Weltkrieg zahlreiche Flottenbesuche. Besondere Bedeutung kam dem Besuch des berühmten sowjetrussischen  Kreuzers „Aurora“ sowie der „Profintern“ vom Kriegshafen Kronstadt bei Leningrad ( jetzt Petersburg) zu, die vom 18.bis 20.August 1929 in Swinemünde vor Anker gingen. Es war der erste russische Besuch nach dem Weltkrieg und der Oktoberrevolution. Die Schiffe verspäten sich zwar um  einige Stunden, fanden jedoch (nicht nur von offizieller Seite) groβe Beachtung und einen sehr herzlichen Empfang.